Und bringt dadurch gesundheitliche Gefahren mit sich.

Die klimatische Ausgangssituation im Rheingraben (Philippsburg) ist geprägt von

  • hoher Sonneneinstrahlung
  • großer Schwüle
  • häufiger Windstille
  • austauscharmen Wetterlagen mit deckenden Inversionen

Insgesamt zählt der Rheingraben zu den am stärksten belasteten Zonen der Bundesrepublik.

Die Stadt Philippsburg liegt wie die meisten Städte im Rheingraben inmitten einer ausgeprägten Wärmeinsel, die vom Haardtrand im Westen bis zur Vorbergzone des Kraichgaus im Osten reicht und in Nord-Südrichtung den ganzen Oberrheingraben umfasst.

Die Art der Landnutzung ist für die Ausprägung des Lokal- und Mikroklimas von großer Bedeutung, insbesondere der Grad der Versiegelung und Verdichtung der Oberfläche durch Bebauung.

Im Bereich von Siedlungen und Industriegebieten bilden sich während der Nachtstunden häufig so genannte städtische Wärmeinseln aus.

Überbaute Gebiete heben sich dann durch höhere Temperaturen von ihrer nichtüberbauten Umgebung ab.

Diese Situation hängt damit zusammen, dass sich besonders während heißer Sommertage die Asphalt- und Gebäudeflächen stark aufheizen, diese Wärme am Tage speichern und im Laufe der Nacht langsam wieder an die Umgebung abgeben.

Die Wärmebelastung für den Menschen ist in den Städten daher am größten. Hinzu kommt, dass infolge ungünstiger meteorologischer Bedingungen (anhaltende austauscharme Wetterlagen) stark erhöhte Schadstoffkonzentrationen in der Luft über industrielle Ballungsgebiete verbunden mit Dunst- oder Nebelbildung der sogenannte Sommersmog entsteht. Bei dieser Art des Smogs bilden sich unter Einfluss der Sonnenstrahlung durch photochemische Reaktionen aus Industrie und Kraftfahrzeugabgasen (Stickstoffoxiden, flüchtigen Kohlenwasserstoffen, VOC) insbesondere Ozon und Peroxyacetylnitrat (PAN), die u.a. Schleimhautreizungen verursachen.

Smog kann bei empfindlichen Personen zu gesundheitlichen Belastungen führen.


Inversions Wetterlagen

Eine Inversion ist eine Schicht in der Atmosphäre, in der die Temperatur mit der Höhezunimmt, im Gegensatz zum Normalverlauf (Temperaturabnahme mit der Höhe). Bei diesen Hochdrucklagen kühlen die bodennahen Luftschichten stark aus, und die Kaltluft, die aus den Höhenlagen über die großen Talsysteme in den Rheingraben gelenkt wird, sammelt sich in den Tieflagen. Die starke Abkühlung führt zur Kondensation des Wasserdampfes und bewirkt in den Niederungen und Tälern eine dichte Nebeldecke.

Diese Inversionslagen sind in den Niederungen unterhalb der so genannten Sperrschicht mit Recht sehr gefürchtet.

Da sie extrem austauscharm sind, reichern sich in der Nebeldecke die Emissionen von Hausbrand und Straßenverkehr stark an.

Die Obergrenze dieser Nebeldecke liegt normalerweise zwischen 500 und 800 m, kann in extremen Einzelfällen aber auch bis auf 1200 m ansteigen.

Wer im Herbst oder Winter schon einmal auf der sonnigen Kalmit war, kann sich vielleicht erinnern, dass in der Rheinebene nur die Kühltürme aus dem Dunst herausragten.

Nach einer im Oberrheingraben nördlich von Karlsruhe durchgeführten Untersuchung (Mayer Studie von 1972) ergibt sich für die lufthygienisch bedeutsamen lang andauernden Inversionen (mehr als 24 Stunden) folgende jahreszeitliche Verteilung:

Jahreszeit

Andauer der Inversionen von mehr als 24 Std

Winter

800 Stunden = 33,3 Tage

Frühjahr

360 Stunden = 15,0 Tage

Sommer

  98 Stunden =  8,3 Tage

Herbst

615 Stunden = 25,6 Tage

Die strahlungsarmen Jahreszeiten, Winter und Herbst haben den entscheidenden Anteil an den lang andauernden Inversionen und den damit verbundenen stark ansteigenden Luftverschmutzungen.

Es entsteht der sogenannte Wintersmog, ein hauptsächlich mit Hausbrand (Schwefeldioxid und Ruß) , Feinstaub und Kraftfahrzeugabgasen beladener Nebel der sich besonders an nasskalten, trüben Herbst- und Wintertagen bildet und sich während der Nacht noch verstärkt.

Zusammenfassend ist zu sagen, wenn das Logistikzentrum tatsächlich kommen sollte, müssen wir nicht nur mit stark zunehmenden Schwerlastverkehr und den damit verbundenen ansteigenden Straßenlärm im Großraum Philippsburg rechnen, sondern auch mit einer Veränderung des Klimas. Ansteigende Temperaturen verbunden mit ansteigender Luftverschmutzung ist die Folge bis hin zu gesundheitlichen (lufthygienischen) Problemen.


Quellen-Verzeichnis:
Studie: regionale Klimaanalyse Südlicher Oberrhein (REKLISO)
Landschaftsplan zum Flächennutzungsplan Speyer
Luftreinhalteplan für den Regierungsbezirk Stuttgart

Verfasser: Wolfgang Habedank



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