ZUM LESERBRIEF „BÜRGER WERDEN AUFGEWIEGELT“ (12. APRIL)

Der Verfasser hat in treffender Weise festgestellt, dass den Philippsburgern mit der Einlagerung weiterer Castoren, dem Bau des Konverters, dem Polder Rheinschanzinsel und des Rückhalteraums Elisabethenwörth bereits jetzt enorme Belastungen zum Nutzen der Allgemeinheit abverlangt werden.

Doch nun verziehen sich endlich all die dunklen Wolken, und ein Stern hat sich am Himmel aufgetan. In Philippsburg wird ein riesiges Logistikzentrum entstehen. Dank der verantwortungsvollen und zukunftsträchtigen Entscheidung des Stadtrates, wird die Stadt einer rosigen Zukunft entgegen sehen können.

400 Arbeitsplätze werden entstehen, und die Steuereinahmen werden unaufhörlich sprudeln. Ganz anders sehen das die Stadträte der CDU-Fraktion und die Anwohner der direkt angrenzenden Wohngebiete. Deren kritisch geäußerte Bedenken werden jedoch vom Verfasser des Leserbriefes als polemisch und aufwieglerisch abgetan.

Ich bin Anwohner am Walthersee und werde künftig die Folgebelastungen dieser leichtfertig getroffenen Entscheidung zu tragen haben. Diese Entscheidung bedeutet meiner Meinung nach für die Betroffenen, dass jährlich mehrere Hunderttausend Fahrzeuge durch die direkt an das Wohngebiet angrenzende Zubringerstraße fahren werden. Wir Anwohner müssen künftig leben, mit dem Lärm und den Abgasen, den diese Fahrzeuge rund um die Uhr produzieren werden. Ebenso werden wir leben müssen, mit verstopften, zugeparkten und zugemüllten Zufahrts- und Anliegerstraßen. Für die Wohngebiete und deren Anwohner wurde hier umwelt- und verkehrspolitisch der Super-Gau beschlossen. Ich habe Verständnis dafür, dass man bemüht ist, verlorengegangene Arbeitsplätze in die Stadt zurückzuholen. Für mich ist aber auch wichtig, unter welchen Bedingungen die Arbeitsplätze entstehen und welche Belastungen damit künftig verbunden sein werden. Gerade die Logistikbranche hat in der Vergangenheit durch Lohndumping, Ausbeutung ihrer Arbeitnehmer und die Verlegung ihrer Firmensitze ins Ausland immer wieder für negative Schlagzeilen gesorgt. Wer hier an einen aufgehenden Stern glaubt, glaubt vermutlich auch noch an den Weihnachtsmann.

Die Tatsache, dass die Verwaltung bisher keine verlässlichen Zahlen über die künftige Belastung der Wohngebiete vorlegen kann oder will, gibt Anlass zu weiteren Vermutungen und Spekulationen.

Hier werden die Karten nicht offen auf den Tisch gelegt und ein großes Stück Vertrauen in die Kommunalpolitik wird unwiederbringlich zerstört.

Autor: Gerd Immel, Philippsburg
Quelle: © Badische Neuste Nachrichten (BNN) - Freitag, 23.05.2018


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