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Es ist aus der Zeit gefallen. Ein flächenfressendes Logistikzentrum, zusätzliche Umweltbelastungen, ein ärmliches Verhältnis von überbauter Fläche zu möglichen Arbeitsplätzen. Doch ein Blick über den heimischen Kirchturm offeriert spannende Neuanfänge:

Bochum und Opel – das war über Jahrzehnte eine Partnerschaft mit Gewinn für beide Seiten. Doch Ende 2014 war Schluss. Im Wettbewerb mit anderen Opel-Standorten hatte Bochum den Kürzeren gezogen. Schnell verständigten sich alle Beteiligte auf eine Vision: Auf eine Nutzung der 700.000 Quadratmeter großen Fläche, um Bochum als Stadt des Wissens und der Innovation zu profilieren. Seitdem ist viel passiert. Längst sind die Opel-Produktionsanlagen abgerissen.

Etwa zwei Drittel der verfügbaren Gewerbe- und Industrieflächen sind bereits vermarktet. „Mark 51°7“ haben die Macher das Gelände getauft – eine ungewöhnliche Bezeichnung. Ein Name, der nach Aufbruch und Zukunft klingt. Und der gut zu der Klientel passt, die sich die Vermarkter als Ansiedler wünschen: technologieorientierte Unternehmen, Start-ups und Forschungsinstitute. Weg vom „Pulsschlag aus Stahl“, wie einst Herbert Grönemeyer seine Heimatstadt besungen hat. Wissen und Innovationen schaffen Arbeitsplätze und bedeuten Zukunft – das ist der Gedanke, von dem sich die Gesellschaft Bochum Perspektive 2022 GmbH leiten lässt.

Auch Tochtergesellschaften von VW und Bosch haben sich bereits Standorte gesichert. Sie wollen auf Mark 51°7 Lösungen entwickeln, wie sich Fahrzeuge vernetzen bzw. gegen unberechtigte Zugriffe verschlüsseln lassen. Zusammen werden sie mehr als 3.000 Arbeitsplätze schaffen. Die enge Verzahnung mit der regionalen Universität und Hochschule soll dazu beitragen, dass sich genügend qualifizierte Bewerber finden lassen. Top ausgebildeten jungen Leuten sollen attraktive Beschäftigungsoptionen geboten werden, um sie in der Region zu halten. Am Ende, so die Vision, werden sich mehr als 30 Betriebe angesiedelt haben. Zu Opel-Zeiten war das Betriebsgelände mit hohen Zäunen gesichert. Nicht so bei Mark 51°7. Grünflächen, Fahrradwege und ansprechend gestaltete Plätze sollen jedermann einladen, das Gelände zu nutzen.


Autor: BI
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